Marmelade einkochen mit sommerlichen Beeren 30. August 2018

Von Elisabeth Unsere Rezepte

Stell Dir vor: Es ist Sonntagmorgen. Die Sonne weckt Dich nach einer erholsamen Nacht auf. Noch etwas verschlafen drehst Du Dich im Bett herum – da riechst Du Kaffee und den Duft frisch gebackener Brötchen. Du folgst dem Duft und Dich erwartet ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch mit allen Leckereien. Käse, Aufstriche, Honig, Butter, frisch gepresster Orangensaft, Croissants oder Hörnchen zusätzlich zu den Brötchen und leckere, selbst gemachte Marmeladen. Wie Marmelade einkochen geht und warum gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt dafür ist, erkläre ich Dir heute.

Ein perfektes Frühstück

Wieso Marmelade einkochen sich lohnt

Marmeladen gibt es in Hülle und Fülle in jedem Supermarkt – die Regale biegen sich geradezu unter der Auswahl. Wieso solltest Du sie also selber kochen?
Einfach gesagt: Selbst gemacht schmeckt immer noch am besten! Beim Marmelade einkochen, entscheidest allein Du, welche Früchte in Deine Marmelade sollen, ob Du Bio-Qualität haben möchtest, ob Du normalen Gelierzucker oder eine Zuckeralternative verwenden sollst und und und.
Außerdem geht Marmelade einkochen wirklich einfach und so eine selbst gemachte Marmelade ist einfach immer ein schönes, kleines Geschenk oder Mitbringsel für Freunde oder Familienmitglieder.

Wichtige Grundregeln beim Marmelade einkochen

Die Qualität

Beim Marmelade einkochen kommt es vor allem auf die Qualität der Früchte an, die Du verwenden willst. Gerade Beeren sind sehr empfindlich und bilden schnell Schimmel, der für das bloße Auge kaum sichtbar ist. Daher gilt: Früchte mit braunen Flecken oder Druckstellen solltest Du gar nicht erst verwenden.

Der Gelierverhalten der Früchte

Wusstest Du, dass Früchte ein unterschiedliches Gelierverhalten haben, also besser oder schlechter andicken, wenn Du sie zu Marmelade verarbeiten willst? Das hängt von ihrem Pektingehalt hab. Pektin ist ein Bestandteil fast aller Pflanzen und dient den Pflanzenzellen zur Stabilisierung. Daher dickt es auch ein. Je nach Fruchtsorte braucht es daher mehr oder weniger Pektin oder Gelierzucker (in fertigem Gelierzucker ist bereits Pektin zugesetzt) um Deine Marmelade fest werden zu lassen.

Früchte mit hohem Pektingehalt:

  • Apfel
  • Blaubeere
  • Zitrusfrüchte
  • Schwarze Johannisbeere
Früchte mit mittlerem Pektingehalt:
  • Birne
  • Brombeere
  • Himbeere
  • Pflaume
  • Rote Johannisbeere
Früchte mit geringem Pektingehalt:
  • Erdbeere
  • Kirsche
  • Weintraube
Brombeeren
Rote Johannisbeeren
Blaubeeren
Himbeeren

Zucker und/oder Gelierzucker

Wie bereits oben angedeutet, benötigst Du Zucker in der ein oder anderen Form, um Marmelade einkochen zu können. Wieso? Zucker ist ein natürliches Konservierungsmittel und macht Deine Marmelade haltbar, schützt sie also vor Schimmel und Co. Abgesehen davon sorgt der Zucker auch zur Neutralisierung der Fruchtsäuren, sorgt also für den angenehm süßen Geschmack von Marmelade.
Früher wurde normaler Haushaltszucker zum Marmelade einkochen verwendet, häufig in einem 2:3 Verhältnis (2 Teile Zucker zu 3 Teilen Frucht). Moderner Gelierzucker enthält jedoch bereits Pektine und auch Zitronensäuere als Verdickungsmittel, daher kannst Du hiervon weniger verwenden, je nach Sorte:

  • Steht auf der Packung 1:1, verwendest Du genauso viel Zucker wie Früchte. Auf 1 kg Früchte kommt also auch 1 kg Zucker.
  • Steht auf der Packung 2:1 benötigst Du lediglich die Hälfte des Zuckers. Auf 1 kg Früchte würdest Du hier also lediglich 500 g Gelierzucker geben. Diese Marmelade wird dementsprechend auch weniger süß.

Um zu testen, ob Deine Marmelade fertig ist, führst Du eine Gelierprobe durch: Dazu gibst Du einfach einen Klecks der Marmelade auf einen kalten Teller. Wird sie fest, kannst Du die Marmelade abfüllen. Wenn nicht, lässt Du sie noch etwas weiter köcheln.
Natürlich musst Du auch keinen raffinierten Zucker zum Marmelade einkochen verwenden. Auch eine Zuckeralternative kann zum Einsatz kommen, dann wird es aber eventuell erforderlich, reines Pektin noch zusätzlich zuzugeben, sodass die Marmelade geliert.

Marmelade einkochen leicht gemacht

Küchenhygiene

Eine gute Küchenhygiene ist das A und O beim Marmelade einkochen! Vor allem die Gläser und Schraubdeckel sollten blitzblank sauber sein, da jegliche Verunreinigungen schnell dazu führen, dass Deine Marmelade verdirbt. Grundsätzlich gilt auch: Je steriler das Glas, desto besser die Haltbarkeit Deiner selbst gemachten Marmelade. Und so bekommst Du die Gläser absolut sauber:

  1. Spüle die Gläser und Deckel gründlich mit Seifenwasser ab und entferne jeglichen Schmutz.
  2. Spüle die Gläser unter fließendem Wasser ab, sodass keine Seifenreste vorhanden sind.
  3. Gib Gläser und Deckel in einen großen Topf mit kochendem Wasser und lass sie 10 Min. darin sterilisieren.
  4. Jetzt ist Timing gefragt: Nimm Gläser und Deckel aus dem Topf, lass sie lediglich kurz abtropfen (trockne sie nicht ab!) und fülle nun die kochend heiße Marmelade randvoll in die noch heißen Gläser. Alle Gläser mit dem noch nassen Deckel verschließen. Der durch die Hitze entstehende Wasserdampf sterilisiert den Inhalt nochmals und hilft, das Glas perfekt zu verschließen.

Übrigens: Wenn Du auf Nummer Sicher gehen willst und Deine Marmelade super lange haltbar machen möchtest, dann stelle die Gläser in ein heißes Wasserbad und gib sie für eine Stunde bei 80° C in den Backofen.

Ruckzuck eigene Marmelade einkochen

Die richtige Lagerung

Die richtige Lagerung ist ebenso wichtig, wie die reinliche Arbeitsweise beim Marmelade kochen. Denn nur bei richtiger Lagerung ist die Haltbarkeit Deiner Marmelade gegeben. Am besten eignen sich dunkle und kühle Räume – ein Keller ist perfekt!

Das brauchst Du zum Marmelade einkochen

Neben den gewünschten Früchten und Gelierzucker benötigst Du zum Marmelade einkochen noch verschiedene Utensilien. Ein hoher, großer Topf bietet sich an (Marmelade spritzt gerne, wenn sie kocht). Außerdem eine Schaumkelle, falls Du den entstehenden Schaum abschöpfen willst – dadurch verlängert sich übrigens auch die Haltbarkeit Deiner Marmelade.
Ein Schneebesen oder Holzlöffel zum Rühren, eine Kelle zum Schöpfen der Marmelade sowie ein Trichter sind nützliche Helfer.
Dann benötigst Du natürlich saubere Marmeladengläser und Geschirrhandtücher. Und um Deine selbst gemachte Marmelade schön verzieren zu können bieten sich braunes Papier, eine farbige Kordel oder auch schöne Etiketten an.

Selbstgemachte Marmelade auf Brot

Marmelade einkochen leicht gemacht mit unserem Rezept

Fange Dir mit unserem Rezept noch ein paar Sommer-Sonnenstrahlen ein und genieße unsere Beerenmarmelade!

Rezept für Beerenmarmelade

Zutaten

  • 300 g Brombeeren
  • 300 g Himbeere
  • 300 g Rote Johannisbeere
  • 300 g Blaubeeren
  • 150 ml Wasser
  • 1 Bio-Zitrone, entsaftet
  • 1200 g Gelierzucker 1:1

Zubereitung

  1. Stiele und Schmutz vorsichtig von allen Beeren entfernen. Beeren vorsichtig waschen: Dazu legst Du sie vorsichtig in eine Schüssel, befüllst diese langsam mit kaltem Wasser und schwenkst die Beeren darin umher.
  2. Beeren und Wasser in den Topf geben, dann Gelierzucker langsam einrieseln lassen. Währenddessen verrühren, sodass sich keine Klümpchen bilden.
  3. Mischung unter Rühren zum Kochen bringen und 4-6 Min. kochen, dabei umrühren. Zitronensaft zufügen.
  4. Gelierprobe durchführen. Wenn die Marmelade fest genug ist, noch heiß und bis zum Rand in die vorbereiteten Marmeladengläser füllen. Direkt verschließen und Gläser auf den Kopf stellen.
  5. Marmelade abkühlen lassen, dann dunkel und kühl lagern. So hält sie sich ungefähr ein Jahr lang. Genießen aber nicht vergessen!
Step 1
Step 3

Marmelade einkochen für das ganze Jahr

Einer der größten Vorteile beim Marmelade einkochen: Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Jede Saison bietet neue Obst- oder auch Gemüsesorten (Stichwort Rhabarber oder Kürbis 😉 ) an, die von Dir in leckere Marmelade verwandelt werden können. Dank der langen Haltbarkeit von Marmelade kannst Du Dich so für ein ganzes Jahr versorgen.
Gerade sind zum Beispiel herzhafte Marmeladen, zum Beispiel Zwiebelade, im Kommen – diese können wie ein Chutney zu Burgern oder Grillgut gegessen werden.
Auch der Einsatz von Kräutern und Gewürzen lohnt sich! Klar – an Pflaumenmus gehört Zimt und Nelke. Aber wie wäre es mal mit Chili in der Beerenmarmelade? Kurkuma in der Pfirsich-Maracuja-Marmelade? Oder Rosmarin zum Grapefruit-Gelee? Mein absoluter Favorit: Himbeermarmelade mit Minze!

Welche ist Deine absolute Lieblingsmarmelade? Und welche verrückten Kreationen hast Du schon probiert oder gar selbst zubereitet? Verrate es uns doch in den Kommentaren 😊 .

Viele Grüße
Elisabeth

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