Old but gold: Darum ist Kefir gesund 25. Januar 2019

Von Elisabeth Wissen & Ideen

Als Kind habe ich den ersten Kontakt mit Kefir gehabt, als ich die Kefirgläser von einer Arbeitskollegin meines Papas entdeckt habe. Mir zuliebe wurde auch ein Glas geöffnet, woraufhin mir der starke Geruch schnell den Appetit (oder Durst) verschlagen hat. Erst Jahre später, im Studium, bin ich wieder mit dem probiotischem Getränk in Berührung gekommen und habe gelernt, wieso Kefir gesund ist. Und da probiotische Lebensmittel eh als Gesundheitsboom schlechthin gelten, geht es heute um die Kefirherstellung, den Kefirpilzen und alles, was Du sonst noch wissen solltest, rund um den „Kaukasischen Pilz“ 🙂 .

Kefir-Trinkglas

Was ist Kefir?

Hier unterscheidet man zwischen dem Pilz an sich und dem Getränk:

  • Kefirknolle oder Kefirpilz = der Pilz, der das Getränk erzeugt.
  • Kefir = das fermentierte Endprodukt aus einer Flüssigkeit und dem Kefirpilz. Es gibt Kefir aus Kuh- oder Ziegenmilch, Saft, Wasser oder auch Kokos- oder Sojamilch.

Kefir stammt aus der Kaukasusregion, daher auch der Spitzname „Kaukasischer Pilz“ und erobert nun aufgrund seiner gesundheitsförderlichen Eigenschaften immer mehr Länder der Welt. Selbst gemachter Kefir enthält etwas Kohlensäure, Milchsäurebakterien sowie Alkohol (durch die Fermentation) und schmeckt saurer als Joghurt. Außerdem hat er eine dickflüssige Konsistenz.
Die Kefirknolle gilt als richtiger Wunderpilz: Wenn sie richtig genährt wird, wächst sie immer mehr. Dann kannst Du die Knollen sogar aufteilen, einen Teil verschenken oder für später lagern. Wenn Du alles richtig machst, dann hält Dein Kefirpilz Dein ganzes Leben lang.

Old but gold: Darum ist Kefir gesund

Kefir aus dem Supermarkt

Viele Kefir-Fans schwören darauf, Kefir selber zu machen, da das Getränk aus dem Supermarkt ihrer Meinung nach gar kein Kefir ist. Und wieso? Weil zur Herstellung nicht der eigentliche Kefirpilz verwendet wird, sondern eine Mischung aus Hefen und Bakterien. Das so entstandene Getränk schmeckt zwar mild und cremig – enthält aber kaum noch die wertvollen Probiotika.
Daher wird zur eigenen Herstellung von Kefir geraten, die wir Dir später noch genau erklären 😉 .

Und darum ist Kefir gesund

Wenn Du Kefir selber machst, enthält er je nach dem Getränk, welches Du verwendest viele gesunde Inhaltsstoffe. In der Regel gilt Kefir aus Kuhmilch als am gesündesten, denn er enthält:

  • Bei Bio-Milch wertvolle Omega-Drei-Fettsäuren
  • Gesunde Milchsäurebakterien (Probiotika)
  • Kalzium
  • Folsäure
  • Eisen
  • Verschiedene Vitamine (z.B. A, D und B-Vitamine)

Ein toller Nebeneffekt: Schlechte Inhaltsstoffe der Milch, z.B. schädliche Bakterien oder auch einfach schwerverdauliche Bestandteile (Casein zum Beispiel) werden durch den Pilz komplett abgebaut. Daher war die Kefirherstellung zu früheren Zeiten so beliebt – durch sie konnte sichergestellt werden, dass die gemolkene Milch nicht schädlich war.
Außerdem gilt Kefir als Laktosefrei – da der Milchzucker beim Gärprozess komplett abgebaut wird. Dafür enthält das Getränk wertvolle Probiotika, die besonders gut für eine gesunde Darmflora sind und langfristig so auch das Immunsystem unterstützen.
Es gibt außerdem bereits Studien zur Untersuchung, ob Kefir gegen die Entstehung von Krebs helfen kann, allerdings sind diese Ergebnisse nicht verlässlich, da bisher keine Langzeitstudien mit Menschen vorgenommen wurden.

So sehen die Kefirknollen aus

Ist Kefir gesund für Kinder?

Da bei der Kefirherstellung Alkohol entsteht, solltest Du Kefir nicht Deinen Kindern zu trinken geben. Allerdings gibt es auch hier gegenteilige Stimmen, die sagen, dass Kefir auch frei von Alkohol sein kann. Der Trick: Milch und Kefirpilz bei über 30° C gären lassen, denn hierdurch wird die Fermentation beschleunigt und der Milchzucker vollständig zu Milchsäure abgebaut.
Den so entstandenen Kefir können dann auch Deine Kinder trinken und so von den gesunden Inhaltsstoffen des Kefirs profitieren.

So bleibt Dein Kefir gesund

Das bezieht sich natürlich auf die Kefirknolle. Es gibt richtige Ratgeber, wie Du Deine Kefirpilze pflegen kannst. Hier gibt es einige Tipps:

  1. Halte Metall von Deinem Kefirpilz fern*
  2. Fasse Deine Kefirknollen nicht mit den Händen an.
  3. Gib Deinem Kefirpilz nach einem Transport oder einer Lagerperiode Zeit, um wieder einsatzbereit zu sein.
  4. Achte auf saubere Utensilien, die frei von Reinigungsmittelrückständen sind.

*Hier gibt es auch Gegenstimmen und inzwischen interessante Diskussionen im Netz. Denn: Manche Metalle sollen nach Meinung einiger Kefir-Liebhaber nicht schädlich sein, z.B. Gold, Silber, Stahl und Platin. Hier wird argumentiert, dass diese Metalle von der Milchsäure in der Milch nicht angegriffen werden und somit keine Spuren hinterlassen, die dem Pilz schädigen können. Achte auch unbedingt auf die Qualität Deines Leitungswassers, denn auch darin können Spuren von Metallen enthalten sein. Es gibt daher Kefir-Fans, die ihre Kefirknollen überhaupt nicht waschen.

Kefir herstellen - Schritt 1

Und so geht’s: Kefir selber machen

Kefirherstellung

Zutaten

  • 250 ml Bio-Heumilch
  • 4g eines Kefirpilzes (3-4 größere Knollen) – erhältlich z.B. im Reformhaus
  • 1 Glasflasche oder 1 Schraubglas
  • 1 Holzlöffel
  • 1 Geschirrtuch oder Frischhaltefolie
  • 1 breites Gummiband
  • 1 Plastiksieb
  • 1 Glaskaraffe

Zubereitung

  1. Wichtig: Fasse Deine Kefirpilze niemals mit den Händen an. Benutze lediglich Deine Utensilien, um sie zu berühren.
  2. Gib die Kefirknollen in Dein sauberes Glasgefäß und fülle sie mit Milch auf. Die Pilze sollten alle gleichmäßig bedeckt sein. Gib die Frischhaltefolie darauf und befestige alles locker mit dem Gummiband.
  3. Bewahre den Kefir für 1-2 Tage an einem dunklen Ort auf. Je nach Temperatur entsteht durch die Fermentation der Alkoholgehalt: Je wärmer es ist, desto weniger Alkohol verbleibt in Deinem Kefir.
  4. Schütte den Kefir durch das Sieb in die Glaskaraffe und lagere ihn kühl. Die Kefirknollen kannst Du abwaschen und wiederverwenden oder mit etwas Wasser einfrieren, um sie zu lagern, falls Du gerade keinen Kefir mehr zubereiten möchtest.

Kefirherstellung - Step 2

Unser Fazit zum Kefir

Inzwischen habe ich Kefir natürlich auch einmal probiert – der Geschmack ist milder als der Geruch 😉 . Und die gesundheitlichen Aspekte sind natürlich ein großer Vorteil. Ich habe letztens damit meine  Overnight Oats zubereitet und das war wirklich große Klasse! Übrigens: Neben Kefir aus Milch kannst Du (allerdings mit einer anderen Kefirkultur) auch Wasserkefir herstellen. Auch andere Getränke werden mithilfe von Pilzen hergestellt, so zum Beispiel Kombucha, über den ich bald schon einen Blogpost schreiben werde. Bis dahin freue ich mich über Kommentare, Diskussionen oder auch Anregungen von Dir, worüber wir noch auf unserem Blog schreiben sollen.

Liebe Grüße
Elisabeth

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2 Kommentare

Gaby Holzwarth sagt:

ist der kefirpilz der gleiche bei wasser oder milchkefir?

Elisabeth sagt:

Hallo Gaby,

bei den Knollen von Wasserkefir und Milchkefir handelt es sich tatsächlich nicht um den gleichen Kefirpilz.
Rein äußerlich unterscheiden sich beide ebenfalls: Beim Wasserkefir handelt es sich um fast durchsichtige Kristalle, die selten größer als 1 cm werden.
Die Knollen des Milchkefirs können hingegen richtig groß werden, wie Blumenkohlröschen.
Es gibt aber unter Kefir-Fans Diskussionen, ob man z.B. mit einem Milch-Kefirpilz ebenfalls Wasserkefir herstellen könnte, recherchiere vielleicht einfach mal in verschiedenen Foren 😉 .

Liebe Grüße
Elisabeth

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