Kräuterkunde: Kresse. 7. März 2018

Von Elisabeth Unsere Rezepte

Kresse ist eine der Kräutersorten, die ich als kleines Kind zuallererst zu essen bekommen habe. Mein Papa war dabei ganz klassisch: Kresse gab es auf einer guten Körnerstulle (wie man bei uns sagt), bestrichen mit Teewurst. Ohne zu lügen kann ich sagen: Ich war verrückt danach!

Nach meiner Kindheit geriet das Kraut dann irgendwie in Vergessenheit, bis ich angefangen habe, mich durch mein Studium wieder mehr mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen. Und so langsam wird immer klarer: Kresse erlebt gerade ein echtes Comeback in der Küche. Zeit also, ihr einen Ehrenplatz in der Reihe unserer Küchenkräuter zuzugestehen! Heute erfährst Du darum, was das Küchenkraut Dir kulinarisch und gesundheitlich alles zu bieten hat, wie Du es einfach selber ziehen kannst und meine liebsten Vorschläge für Rezepte mit dem würzigen Kraut. Selbst ein paar knackige Sprüche hat die Kresse zu bieten 😊

Kresse als Küchenkraut erlebt ein Comeback

Kresse als Superkraut!

Kresse hat nicht nur kulinarisch mehr zu bieten als man vorerst denkt – das kleine Kraut bringt auch jede Menge gesunde Inhaltsstoffe mit und ist richtig gesund! Neben den Vitaminen A, C und vielen B-Vitaminen, stecken auch wertvolle Mineralien in der Kresse, etwa Kalium, Calcium, Magnesium und auch etwas Eisen.

Die Vitamine sorgen unter anderem für ein gutes Bindegewebe, gesunde Haut, starke Sehkraft & Nerven und schützen unsere Körperzellen vor schädlichen Einflüssen.
Die Mineralien sorgen grob gesagt für gesunde Zell- & Nervenfunktionen, fördern die Blutbildung und das Knochenwachstum.
Außerdem ist der Mix aus Vitaminen, Mineralstoffen und dem frisch-scharfen Geschmack von Kresse bekannt dafür, jede Müdigkeit zu vertreiben.
Die Senfölglycoside, die natürlicherweise im Kraut vorkommen und ihr ihren scharfen Geschmack geben, fördern übrigens unsere Darmgesundheit. Sie wirken quasi wie natürliche Antibiotika und helfen, lästigen Krankheiten wie etwa Erkältungen, Grippe oder auch Darminfektionen, vorzubeugen.

Brummt Dir schon der Schädel? Wie wäre es mit ein paar leichter verdaulichen Infos:

Kresse-Fakten zur Brunnenkresse

Tipps zum Umgang mit Kresse

Kresse gilt gemeinhin als anspruchslos – sie wird schon seit Jahrhunderten in verschiedenen Ländern und unter verschiedenen klimatischen Bedingungen angebaut, auch als Klosterkraut hat sie eine lange Historie. Sie hat außerdem reichlich lange Saison, ab Frühjahr bis in den Herbst hinein kann unter freiem Himmel geerntet werden. Und im Winter kann das Kraut ganz einfach drinnen gezogen werden, falls Du nicht vorgezogene Kressesprossen einkaufen magst.
Bei der Lagerung gibt es folgendes zu beachten:

  • Kresse sollte so frisch wie möglich verbraucht werden.
  • Kresseschälchen aus dem Supermarkt sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden, das erhöht die Schimmelgefahr.
  • Beim Trocknen oder Einfrieren verliert das Kraut fast jeglichen Geschmack.
  • Am besten funktioniert die Haltbarmachung in Öl & Fett, zum Beispiel als Kräutereiswürfel, Kresse-Kräuterbutter oder auch als Pesto.

Ein letzter Tipp: Da Kresse sehr oft große Mengen Nitrat aus Düngemitteln aufnimmt, ist es umso wichtiger, sie möglichst roh zu verzehren, sodass sich kein schädliches Nitrit bilden kann. Außerdem wird sie durch das Erhitzen bitter.

Kresse selber ziehen

Du möchtest auch „einfach mal die Kresse halten“ – und zwar bei Dir zu Hause? Kresse ziehen ist super einfach! Da sie so anspruchslos ist, wächst das würzige Kraut sogar auf Küchenpapier oder Watte!

Kresse in Eierschalen ziehen - Step 1
Kresse in Eierschalen ziehen - Step 2
Kresse in Eierschalen ziehen - Step 3

Du kannst es natürlich auch wie wir machen und Deine Kressesprossen in naturfarbenen Eierschalen gekonnt in Szene setzen 😉

Im Prinzip brauchst Du lediglich eine Fläche, an der sich die Samen „festhalten“ können, Wasser und ein warmes, leicht sonniges Plätzchen, etwa Deine Fensterbank. Feuchte den Untergrund mit Wasser an und streue die Kressesamen drauf aus. Nun musst Du aufpassen, dass die Samen keimen können, lass sie nicht austrocknen. Nach einer Rekordzeit von nur etwa einer Woche kannst Du schon ernten. Benutze dazu einfach eine Küchenschere oder ein scharfes Messer.
Übrigens: Kresse kann, insofern sie nicht geerntet wird, bis zu einem halben Meter groß werden!

Kresse ernten mit der Schere

Kresse in der Küche

Kresse punktet mit ihrem scharfen, Rettich- oder Senfartigen Geschmack vor allem, wenn Du sie kalt verwendest. Beim Erhitzen entstehen sogar Bitterstoffe, die den Geschmack leider sehr in Mitleidenschaft ziehen. Darum streue sie erst ganz zum Schluss über warme Gerichte und verwende sie immer frisch abgeschnitten.

Wie Du Dir sicherlich schon denken kannst, bin ich ein großer Fan von frisch geschnittener Kresse auf einer Scheibe Brot. Ganz ehrlich: Gibt es etwas Besseres?

Kresse auf Knäckebrot
Kresse im Reiswaffel-Sandwich
Unschlagbar: Kresse mit Avocado
Kresse passt auch wunderbar zu Ziegenkäse

Das Küchenkraut punktet aber wie bereits erwähnt auch als Topping einer Suppe, in einer trendigen Buddah Bowl oder auch in einem frühlingshaften Kräuteromelette:

Kresse in einer würzig-frischen Frühlingssuppe
Kresse passt super zum Bowl-Foodtrend
Kresse im Omelette ist fast schon ein Klassiker

Unser Rezept mit dem Küchenkraut der Woche, der krassen Kresse, muss trotzdem ein Sandwich sein! Perfekt zum Mitnehmen und Genießen!

Unser Rezept: Avocado-Mozzarella-Kresse-Sandwich

Unser Avocado-Mozzarella-Kresse-Sandwich

Auf dieses Sandwich wird garantiert jeder Kollege neidisch! Pesto, Avocado und Mozzarella sind ein unschlagbares Dream-Team, so viel ist klar. Mit dem richtigen Vollkornbrot nehmt Ihr genügend wichtige Ballaststoffe für den Tag auf, die knackige Mischung zwischen den Scheiben sorgt für Sättigung und – noch wichtiger – für ein tolles Geschmackserlebnis!

Rezept für 2 Avocado-Mozzarella-Kresse-Sandwiches

Zutaten

    Zutaten für den Belag
  • 4 Vollkorn-Toast Scheiben
  • 1/2 rote Zwiebel, in feine Scheiben geschnitten
  • 1/2 Avocado, in Scheiben geschnitten
  • 100 g frischer Mozarella, in Scheiben geschnitten
  • 1/4 Gurke, in Scheiben geschnitten
  • Grüner Salat
  • Kresse
    Zutaten für das Pesto
  • 15 g Basilikum
  • 15 g Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer
  • Zitronensaft
  • 1-2 EL Olivenöl

Zubereitung

  1. Für das Pesto die Basilikumblätter, den Schnittlauch, Salz, Zitronensaft und Olivenöl in einen Mixer geben und zu einer glatten Masse mixen – mit Pfeffer (und ggf. noch etwas Salz) abschmecken und bis zum weiteren Gebrauch in den Kühlschrank stellen.
  2. Das Pesto auf 2 Brotscheiben verteilen, die Avocado verteilen, etwas Salat und Gurkenscheiben darauf legen. Auf die anderen 2 Brotscheiben erst etwas Salat geben, dann Mozzarellascheiben, die Zwiebeln und ein paar Sprossen. Zum Sandwich kombinieren und zusammendrücken.
  3. Mit Butterbrotpapier einwickeln und dann mit zwei Schnüren befestigen und in der Mitte mit einem scharfen Messer durchschneiden.

Ich hoffe Du liebst Kresse genauso sehr wie ich – hat Dein Papa sie Dir auch aufs „Butterbrot“ getan? Schreib uns von Deinen Erfahrungen mit dem Küchenkraut gerne in den Kommentaren!

Liebe Grüße
Elisabeth

PS: Bei der Recherche zum Artikel bin ich noch über ein letztes Wortspiel gestolpert, das ich natürlich mit Dir teilen will: „Nieder mit der Lügenkresse!“ 🙂

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4 Kommentare

Florentin sagt:

„Einfach mal die Kresse halten!“…das trifft natürlich nicht auf die Blogautorin zu, denn der Eintrag ist wirklich spitze!
ein guter Mix aus Infos und praktischen Tipps!
Bei uns steht immer eine Schachtel Kresse in der Küche. wir essen sie auf Brot und im Salat. Jetzt wird sie aber auch mal zu Suppe und Omelette gereicht. Danke für den Hinweis!
Freuen uns auf den nächsten Beitrag, liebe Grüße.

Daphne sagt:

Meine Oma hat immer gesagt: „Schnecken essen Kresse nicht, Kresse schmeckt Schnecken schlecht.“
Mir schmeckt sie jedenfalls gut 😉 Und ab heute weiß ich auch, wie ich mir die Kresse selbst ranzüchte 😀
Danke und Grüße aus Heidelberg!

Hanne sagt:

Echt gut geschrieben! Würde ich auch gerne so können 😉
Kresse ist in der Tat unterschätzt. Früher hat man sie viel öfter verwendet. So anspruchslos und doch vielseitig…und gesund!

Elisabeth sagt:

Hallo Hanne,
ja, das finden wir auch 😉
Liebe Grüße
Elisabeth

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