CO2-Verbrauch: Lebensmittel im Klima-Check

30. Juni 2022
Von Viktoria S. Wissen & Ideen

    Zutatenliste, Nährwertangaben, Nutri-Score: Klar, dass das auf Lebensmitteln in Deutschlands Supermärkten draufsteht. Ist ja auch wichtig zu wissen, was in dem drin ist, was Du isst. Aber steckt in Lebensmitteln nicht noch viel mehr drin, was gar nicht auf der Verpackung steht? Egal ob Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch oder Pasta – sie alle verbrauchen auf ihrer Reise in den Supermarkt oder auf Deinen Teller CO2. Weltweit sind sogar etwa 26 Prozent aller CO2-Emissionen auf Lebensmittel und Ernährung zurückzuführen. Aber Aufklärung darüber, welche Auswirkungen einzelne Lebensmittel auf das Klima haben – Fehlanzeige. Damit Du bei Deinem nächsten Einkauf selbst einschätzen kannst, welche Lebensmittel gut für die Umwelt sind und welche Du lieber im Supermarktregal liegen lassen solltest, machen wir für Dich den Klima-Check.

    CO2-Verbrauch von Lebensmitteln: Illustration von Distributionszentrum und Solarenergie

    In diesem Artikel erfährst Du mehr über:

    • Kurz erklärt: CO2, Emissionen und Umwelt
    • Was ist der CO2-Verbrauch von Lebensmitteln?
    • Berechnung des CO2-Verbrauchs von Lebensmitteln aufs Klima
    • Gut für’s Klima und Deinen Geldbeutel 
    • Lebensmittel im Umwelt-Check
    • Optimale Ernährungsweisen: Ist die Lösung fleischfrei und vegan?
    • Was Du für’s Klima tun kannst
    • Quellenangaben

    Kurz erklärt: CO2, Emissionen und Umwelt

    Vielleicht fragst Du Dich gerade “CO2, Emissionen – Was war das überhaupt nochmal?”.  Neben Sauerstoff, Stickstoff und Edelgasen gehört CO2, auch Kohlendioxid genannt, zu den natürlichen Bestandteilen der Erdatmosphäre. Vielleicht kennst Du es auch unter dem Namen Treibhausgas. CO2-Emissionen, also der Ausstoß von Kohlendioxid, sind Teil eines natürlichen Prozesses – in gewissem Maße. Denn durch Industrialisierung, Globalisierung und verstärktes Ess– und Konsumverhalten steigen diese Emissionen erheblich an und befinden sich nicht mehr auf einem natürlich erzeugten Niveau. Das hat wiederum erhebliche Auswirkungen auf unser Klima, denn dieser Mehrausstoß von Kohlendioxid belastet die Umwelt und trägt in negativer Weise erheblich zum Klimawandel bei. Neben Kohlendioxid belasten auch andere Gase wie Methan oder Distickstoffoxid die Umwelt. Für Berechnungen zum CO2-Verbrauch werden diese Gase in CO2-Äquivalente umgerechnet, um eine einheitliche Bezugsgröße zu erhalten.

    Was ist der CO2-Verbrauch von Lebensmitteln?

    Jeder Mensch verursacht CO2-Emissionen. Neben anderen Faktoren wie Mobilität und Kleidung kann vor allem der Konsum von Lebensmitteln die Umwelt belasten. Um die Umweltauswirkungen einzelner Lebensmittel zu ermitteln, muss die gesamte Entstehung des Produkts berücksichtigt und analysiert werden. Konkret bedeutet das: Von Anbau, Ernte und Transport über Lagerung, teilweise Weiterverarbeitung bis hin zur Ankunft im Verkauf werden alle Schritte analysiert. Gleiches gilt für den Privathaushalt, denn die Auswirkungen aufs Klima enden nicht beim Kauf. Zuhause werden die Lebensmittel ebenfalls gelagert, teilweise gekühlt, beim Kochen verarbeitet und die Essensreste landen im Abfall, der dann wiederum entsorgt werden muss. Du merkst also vielleicht schon, dass hier eine ganze Reihe an Abläufen berücksichtigt werden muss.

    Berechnung des CO2-Verbrauchs von Lebensmitteln aufs Klima

    Für die zuvor beschriebenen Prozesse, die Produkte vom Anbau bis zur Verwertung durchlaufen, werden zunächst separat die CO2-Auswirkungen auf Umwelt und Klima berechnet. Entlang der Verarbeitungsschritte ist die landwirtschaftliche Produktion für den Großteil der Emissionen verantwortlich, was vor allem an Düngemitteln, Viehzucht und den Ausstößen in die Atmosphäre liegt. Auch wenn Verpackung, Transport und Lagerung ebenfalls einen großen Anteil an CO2-Emissionen hat, entfällt ein großer Teil der Ausstöße an den Endkonsumenten und dessen Essverhalten. Hier kommt es darauf an, wie die Lebensmittel weiterverarbeitet, gelagert und entsorgt werden.
    Die Berechnung des Kohlendioxid-Verbrauchs ist also ein komplexer Prozess. Zur besseren Verständlichkeit kannst Du einen der vielen Online-Rechner nutzen und selbst herausfinden, wie viel CO2 Dein Lieblingsessen ausstößt.

    Gut für’s Klima und Deinen Geldbeutel

    Natürlich können genauso wie einzelne Lebensmittel auch gesamte Gerichte für Dein Abendessen auf ihren CO2-Verbrauch analysiert werden. Hier ist es als für Endverbraucher schwieriger, sich einen Überblick über die Klimaauswirkungen zu verschaffen, geschweige denn im stressigen Alltag die Zeit zu finden, sich damit zu beschäftigen. Schnell wird auf Lieferdienste von Supermärkten oder Restaurants zurückgegriffen, um Zeit zu sparen. Oftmals kann aber überhaupt nicht nachvollzogen werden, wie hoch der CO2-Verbrauch von Gerichten von Lieferdiensten ist oder wo die Zutaten herkommen, die über Online-Lieferdienste bestellt werden. Da Nachhaltigkeit und ein klimafreundlicher Lebensstil immer wichtiger werden, machen es sich zunehmend mehr Unternehmen zur Aufgabe, ressourcen- und CO2-schonend zu arbeiten und transparent zu kommunizieren. 

    CO2-Verbrauch von Lebensmitteln: HelloFresh Lieferkette vs. traditionelle Lieferkette

    Wir von HelloFresh haben daher eine umfangreiche Ökobilanzstudie durchgeführt, um den CO2-Verbrauch der Lebensmittel in unseren Kochboxen zu analysieren. Im Gegensatz zu Supermärkten und Restaurant-Lieferdiensten durchlaufen unsere Zutaten eine extrem kurze Lieferkette. Entlang der Transportwege vermeiden wir zusätzliche Zwischenstopps, beziehen 90% der Zutaten direkt von ausgewählten Erzeugern und setzen, soweit möglich, auf regionale Produkte bei Obst und Gemüse. Wie Du ja zuvor schon erfahren hast, spielen diese Aspekte eine große Rolle wenn es um die Berechnung des CO2-Ausstoßes geht. Im Vergleich zu den gleichen Lebensmitteln aus dem Supermarkt zeigen die Ergebnisse, dass stark verkürzte Lieferketten wie bei HelloFresh positive Auswirkungen auf den CO2-Verbrauch haben. Im konkreten Vergleich verursachen Gerichte von HelloFresh 22% weniger CO2-Emissionen als das gleiche Essen aus Zutaten vom Supermarkt. Auch im Vergleich zum Restaurant-Lieferdienst schneiden unsere klimaneutralen Kochboxen besser ab: Hier werden durchschnittlich 8% weniger CO2-Emissionen verursacht. Als klimaneutrales Unternehmen gleichen wir zudem 100% der direkten Emissionen aus.

    Mehr zur Ökobilanzanalyse

    Lebensmittel im Umwelt-Check

    Die größten Klimasünder in Deutschland

    Da viele Klimasünder trotzdem gut schmecken, geben wir Dir hier einen ersten Überblick, welche Lebensmittel Du aufgrund ihrer Klimabelastung eher vermeiden und aus Deiner Ernährung streichen solltest. Die Angaben beziehen sich jeweils auf 1 Kilogramm des Lebensmittels.

    Gemüse und Obst mit dem höchsten CO2-Verbrauch:

    • Flug-Ananas mit 15,1 kg CO2-Äquivalent
    • Champignons mit 2,4 kg CO2-Äquivalent
    • Frische Wintererdbeeren mit 3,4 kg CO2-Äquivalent
    • Wintertomaten mit 2,8 kg CO2-Äquivalent
    • Mais mit 1,2 kg CO2-Äquivalent

    Tierische Produkte mit dem höchsten CO2-Verbrauch:

    • Butter mit 14,77 kg CO2-Äquivalent
    • Feta-Käse mit 7,0 kg CO2-Äquivalent
    • Hartkäse wie Parmesan mit 6,3 kg CO2-Äquivalent
    • Sahne mit 5,3 kg CO2-Äquivalent
    • Eier mit 3,0 kg CÖ2-Äquivalent

    Fisch und Fleisch mit dem höchsten CO2-Verbrauch:

    • Rind- und Kalbfleisch mit 20,65 kg CO2-Äquivalent 
    • Garnelen mit 12,5 kg CO2-Äquivalent
    • Wildfleisch mit 11,5 kg CO2-Äquivalent
    • Fisch aus Wildfang mit 10,0 kg CO2-Äquivalent
    • Wurstaufschnitt (Rind) mit 7,9 kg CO2-Äquivalent

    Die 5 klimafreundlichsten Lebensmittel in Deutschland

    Gut für’s Klima kann so lecker sein! Grundsätzlich kannst Du Dir merken: Saisonales, frisches und regionales Obst und Gemüse sowie Produkte ohne langen Transportweg sind im Vergleich besser für die Umwelt. Die hier genannten Lebensmittel und die verursachten CO2-Äquivalente in Kilogramm beziehen sich nur auf regionale und saisonale Ware. 

    • Bio-Äpfel mit 0,2 kg CO2-Äquivalent
    • Blumenkohl & Brokkoli mit 0,3 kg CO2-Äquivalent
    • Erdbeeren mit 0,3 kg CO2-Äquivalent
    • Milchersatz, Hafer mit 0,3 kg CO2-Äquivalent
    • Hülsenfrüchte mit 1,0 kg CO2-Äquivalent

    In dieser Gegenüberstellung wird deutlich: Die größten Klimasünder sind vor allem tierische Produkte, insbesondere Fisch und Fleisch sowie exotische Obst– oder Gemüsesorten, die einen langen Transportweg haben. Im Gegensatz dazu stehen klimafreundliche Lebensmittel, die sich vor allem durch Regionalität und Saisonalität innerhalb Deutschlands auszeichnen und dadurch kürzere Transportwege zurücklegen. 

    Optimale Ernährungsweisen: Ist die Lösung fleischfrei und vegan? 

    Mehr als zwei Drittel der gesamten Emissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen, pflanzliche Produkte wie Obst und Gemüse verursachen nur knapp ein Drittel. Die logische Konsequenz daraus müsste dann sein, dass wir kollektiv mehr auf tierische Produkte wie Fleisch und Milch verzichten sollten und uns hin zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung bewegen – oder? Die Antwort lautet ja und nein. Denn es kommt nicht nur auf das Produkt alleine an, sondern eben auch auf Anbauort, Länge der Lieferkette und Verpackung. Die Studienlage zeigt jedoch, dass der Konsum von Fleisch und tierischen Produkten reduziert werden sollte, um die eigenen CO2-Emissionen einzusparen. Wer schwerer auf tierische Lebensmittel verzichten kann, dem können die Klimarechner für Lebensmittel dabei helfen, klimafreundlichere Produkte zu finden. Fisch und Geflügel verursachen beispielsweise weniger CO2 als Rindfleisch, Eier weniger als Milchprodukte. Warum diese Erkenntnisse nicht als Startpunkt nehmen, sich in umweltfreundlicher Ernährung auszuprobieren?

    CO2-Verbrauch von Lebensmitteln: Veganes Gericht in der Zubereitung

    Was Du für’s Klima tun kannst 

    Zugegeben, das ganze Thema rund um CO2-Emissionen, Lebensmittel und klimafreundliche Ernährung kann ganz schön überfordernd sein. Daher möchten wir Dir noch ein paar generelle Tipps und Tricks mit an die Hand geben, die wir als hilfreich empfinden. Da Regionalität und Saisonalität einen großen Einfluss auf die CO2-Emissionen haben, lohnt sich der Gang zum Wochenmarkt jetzt umso mehr! Hier kannst Du Obst, Gemüse, Fleisch und mehr direkt vom Erzeuger kaufen und tust so einfach etwas Gutes für die Umwelt. Möchtest Du auf Deinen CO2-Fußabdruck achten und zudem nicht auf Zeitersparnis und Komfort verzichten, dann ist die Kochbox von HelloFresh eine gute Alternative. Denn, wie bereits erwähnt, erzeugen wir durch direkte Wege nicht nur weniger CO2 als der Supermarkt, sondern gleichen als klimaneutrales Unternehmen auch noch 100% der direkten Emissionen aus.

    CO2-Verbrauch von Lebensmitteln: Kreislauf von Lebensmitteln vom Feld zur Gabel

    Greife generell besser auf frische Produkte zurück statt verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren. Denn alle Lebensmittel, die zusätzliche Verarbeitungsschritte durchlaufen, verursachen erneute CO2-Emissionen. Grundsätzlich verbrauchen alle Lebensmittel CO2 – es gibt aber Möglichkeiten, wie Du diesen Verbrauch individuell kompensieren kannst. Über den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes kannst Du ganz einfach Deinen Verbrauch berechnen. Danach kannst Du Deinen persönlichen Wert durch eine freiwillige Klimakompensation ausgleichen. Durch den Kauf von CO2-Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten förderst Du dann beispielsweise den Ausbau von Solarstrom, Wasserkraft oder anderen erneuerbaren Energien. Auch Unternehmen können als Kollektiv ihre betrieblichen CO2-Ausstöße durch Klimaschutzprojekte kompensieren. Versuche einfach, ein paar dieser Tipps immer mehr in Deinen Alltag zu integrieren und schon leistest Du Deinen eigenen Anteil daran, unsere Welt ein bisschen grüner zu machen. 

    Weitere Tipps zum Thema Nachhaltig Ernähren findest Du hier.

    Quellenangaben

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