Gesunde Beeren – nicht nur eine Wohltat für den Gaumen 14. Juni 2017

Von Ebru Wissen & Ideen

Gesunde Beeren – nicht nur eine Wohltat für den Gaumen

Im Sommer können wir endlich wieder frische Beeren vom Feld oder Strauch genießen – nicht teuer eingeflogen aus dem Süden, sondern regional aus der Umgebung. Der süße, fruchtige Geschmack erinnert einen einfach immer an die allerschönsten Sommermomente, oder? Und das Beste: Beeren sind nicht nur lecker, sondern außerdem super gesunde Power-Pakete! Wir haben Veronika von vitafy gefragt, wie gesund Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Co. eigentlich wirklich sind. Hier erklärt sie Euch, was sie alles drauf haben!

„Schon als Kleinkinder konnten wir die Beeren-Saison kaum abwarten. Ab Juni ging es mit den Eltern auf das Erdbeerfeld, wo mehr Erdbeeren den Weg in den Mund als in die Schüssel gefunden haben. Manche Dinge ändern sich doch nie: Auch als Erwachsener liebt man die kleinen Wunderbeeren in ihrer breiten Vielfalt. Egal, ob als Marmelade, auf dem Kuchen, im Smoothie oder als Snack für zwischendurch, heimische Superfoods sind die perfekten Alltagsbegleiter. Alleine im Erntejahr 2014/2015 hat der Deutsche im Durchschnitt 7,1 kg frische Beeren verspeist, was etwa 11% des Gesamtverzehrs an Obst (64 kg) ausmachte. Doch was macht diese kleinen Kerlchen neben ihrem leckeren Geschmack so besonders? Mit dieser Frage im Gepäck habe ich mich auf die Suche nach Studien zu den gesundheitlichen Vorteilen von Beeren gemacht. Im Folgenden trage ich meine Ergebnisse zusammen und verrate euch, welche Eigenschaften Beeren zu wahrhaftigen Superfoods machen!

Welche Inhaltsstoffe kommen in Beeren vor?

Gesunde Beeren – nicht nur eine Wohltat für den Gaumen

Beeren gelten als antioxidative Nährstoffbomben. Sie sind reich an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, zu denen unter anderem Phenolsäure, Flavonoide, Carotinoide, Tannine und Lignine gehören. Zudem beinhalten die Wunderbeeren Ballaststoffe, antioxidativ-wirkende Vitamine (beta-Carotin, Vitamin A, C, E) sowie Mineralstoffe. Die schwarze Johannisbeere zeigt beispielsweise pro 100 Gramm Vitamin-C-Spitzenwerte von rund 180 Milligramm auf, 80% mehr, als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) als tägliche Vitamin-C-Dosis für Erwachsene empfiehlt.

Wie gesund sind Beeren?

Die Kombination aus antioxidativ-wirkenden Vitaminen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen macht Beeren zum Gesundheitselixier Nr. 1! Egal ob Brombeeren, Stachelbeeren, Himbeeren oder Cranberries – rote Beeren fördern in ihrer Vielfalt unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Zahlreiche Studien konnten die positiven Eigenschaften von Beeren eindrucksvoll beweisen. Beeren können demnach, im Gegensatz zu vielen anderen gehypten Lebensmitteln, als wahrhaftige Superfoods bezeichnet werden.

Deutsche Beeren als heimische Alternative zu Goji und Acai Beeren

In den Sommermonaten kannst du deutsche Beeren ideal als heimische Alternative zu Goji und Acai Beeren einsetzen. Es wäre doch zu schade, sich die frischen Beeren vom Feld oder Garten entgehen zu lassen und dafür zu getrockneten oder pulverisierten Beeren zu greifen. Speziell frische Beeren bringen dir die geballte Ladung Nährstoffe bei einem gleichzeitig intensiv-natürlichem Geschmack. Warum also Goji Beeren aus China oder Acai-Pulver aus Südamerika verwenden, wenn gesunde Beeren in unmittelbarer Nähe wachsen? Gesundheit und Vitalität gibt es praktisch vor deiner Haustüre!

Beeren als Brain-Food

Mit Beeren mehr Gedächtnisleistung im Alter? Oh ja, sagen Wissenschaftler der Universität Harvard. Sie fanden heraus, dass ein hoher Verzehr flavonoidreicher Beeren den Gedächtnisverlust bei älteren Frauen (Durchschnittsalter: 74) um 2 ½ Jahre hinauszögern kann. Die Verbesserung der kognitiven Funktionen schreiben sie ganz bestimmten Pflanzeninhaltsstoffen zu – den sogenannten Anthocyanidinen, die zur sekundären Pflanzenstoffgruppe der Flavonoide gehören.

Beeren als Heart-Food

Gesunde Beeren – nicht nur eine Wohltat für den Gaumen

Anthocyanidine steigern nicht nur nachweislich die Gedächtnisfunktion, sondern haben auch einen indirekten Effekt auf die Herzgesundheit. Einige Studien konnten eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass insbesondere Cranberries, Blaubeeren, Erdbeeren und Aronia-Beeren Blutzucker- und Blutfettwerte deutlich reduzieren, was mit einem geringen Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen einhergeht.

Beeren als Slim-Food

Dank ihres hohen Gehalts an Ballaststoffen sind Beeren ein Must-have für die Bikinifigur. In 125 g schwarzen Johannisbeeren stecken ganze 8,5 g Ballaststoffe, die dich satt machen und Heißhungerattacken vorbeugen. Ballaststoffe binden im Magen-Darm-Trakt Flüssigkeit, wodurch sie quellen und die Magenentleerung verzögern. Dies steigert dein Sättigungsgefühl. Ein nährstoffreicher Himbeer-Chia-Pudding  versorgt dich gleich doppelt mit Ballaststoffen und den gesunden Beereninhaltstoffen. Das perfekte Frühstück für Jedermann!

Beeren für die Krebsvorsorge?

Besonders beeindruckend sind die anti-kanzerogenen (krebsvorbeugenden) Eigenschaften von Beeren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die antioxidativen Inhaltsstoffe (Flavonoide, Phenolsäure, Vitamine A, C und E, Selen, Zink) der Beeren oxidative Prozesse im Körper reduzieren. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit für Zell- und Genveränderungen, die die Entstehung von Krebsgeschwüren zur Folge haben können. Am effektivsten sollen Beeren gegen Tumorentstehungen in der Mundhöhle, Speiseröhre und im Dickdarm wirken.

Wie friere ich Beeren richtig ein?

Wer im Sommer fleißig frische Beeren pflückt und diese einfriert, kann auch im Winter von den gesundheitlichen Vorteilen des heimischen Superfoods profitieren. Mit der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung zeige ich dir, wie du Beeren richtig einfrierst:

  1. Wichtig: Direkt nach der Ernte die Beeren einfrieren. So sicherst du dir die meisten Nährstoffe.
  2. Falls nötig: Die Beeren entstielen.
  3. Die Früchte vorsichtig waschen und auf einem Küchenpapier oder altem Geschirrtuch trocknen lassen.
  4. Zum Vorfrieren die Beeren einzeln, nicht zu dicht nebeneinander, auf einem Tablett verteilen.
  5. Das Tablett mit den Beeren für 2-4 Stunden ins Gefrierfach geben.
  6. Anschließend die gefrorenen Früchte in Gefrierbeutel oder -plastikboxen füllen. Die Beerenpackungen verschließen und wieder einfrieren.
  7. Als Sorbet, Fruchteis oder aufgetaut im Smoothie genießen!

Fazit Beeren: klein aber oho!

Die Ernährungswissenschaft ist sich in einem Punkt absolut sicher: Beeren sind gesund, lecker und nährstoffreich! Deshalb meine Empfehlung an dich: Integriere Beeren unbedingt in deine tägliche Ernährung. Genieße die Vielfalt der unterschiedlichen Beerensorten und greife im Sommer auf regionales Beerenobst zurück!“

Veronika Schnittke

M. Sc. Nutrition and Biomedicine

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