Definition Food-Waste: 6 Tipps, wie Du Lebensmittelabfälle reduzierst

4. November 2022
Von Max R. Wissen & Ideen

    Stell Dir vor, Du hast drei Portionen Essen vor Dir. Die erste isst Du direkt, die zweite kommt in den Kühlschrank und die dritte – direkt in die Mülltonne. 

    Das klingt absurd? Leider ist das aber sehr nahe an der Realität. Laut dem Umweltbundesamt landen ein Drittel aller Lebensmittel im Abfall – und gleichzeitig hungern weltweit immer mehr Menschen. Laut aktueller Studien werden jede Sekunde 51 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist nicht nur eine enorme Verschwendung von Energie und Ressourcen, sondern auch größtenteils vermeidbar. Die gute Nachricht: Du kannst als Konsument einen Unterschied machen. Wir zeigen Dir die Ursachen der Lebensmittelverschwendung, ihre Folgen für die Umwelt und wie Du Deine eigene Verschwendung reduzieren kannst.

    Definition Food-Waste: Reste von Gemüseschalen

    Definition Food-Waste: Was bedeutet das eigentlich?

    Food-Waste, Lebensmittelverschwendung, Lebensmittelabfälle – es gibt zahlreiche Begriffe für die Lebensmittel, die nicht auf dem Teller ankommen. Aber nicht alle dieser Abfälle sind auch wirklich verschwendet und damit “Food-Waste”. Im Laufe der Verarbeitung und Lieferkette verdirbt ein Teil der Produkte – und bei der Zubereitung werden die nicht essbaren Bestandteile entsorgt. Eine einheitliche Definition von Food-Waste gibt es nicht – hier gibt es von Land zu Land Unterschiede. In den meisten Fällen wird der grundsätzliche Unterschied zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Abfällen gemacht. Wir haben uns an der Definition der United Nations Food and Agriculture Organization orientiert und unterscheiden zwischen Food-Waste, Food-Loss und unvermeidbaren Abfällen. Bevor Du den Überblick verlierst, haben wir Dir die Bedeutung dieser drei Begriffe kurz zusammengefasst:

    Wie wird die Verschwendung von Lebensmitteln definiert?

    Definition Food-Waste: Mädchen sitzt vor vollem Teller

    Food-Waste heißt übersetzt einfach Verschwendung von Lebensmitteln. Damit gemeint sind Lebensmittel, die für den menschlichen Konsum produziert werden, aber am Ende nicht von Menschen verzehrt werden. Das heißt: Irgendwo auf dem Weg vom Feld bis auf den Teller werden sie weggeworfen, obwohl sie genießbar und unverdorben sind. Food-Waste kommt bei allen Schritten der Herstellung vor.

    Beispiele von Food-Waste entlang der Lieferkette

    • Landwirtschaft: Unschöne Produkte werden nicht für den Verkauf freigegeben
    • Gastronomie: Reste vom Teller oder Überschüsse vom Büffet werden entsorgt
    • Haushalt: Die genießbare Schale der Karotte wird entfernt und weggeworfen.

    Definition Food-Loss: Verlorene Lebensmittel

    Food loss dagegen bezeichnet “verlorene” Lebensmittel: Produkte, die ursprünglich einwandfrei sind, aber entlang der Lebensmittelkette an Qualität und Wert einbüßen, zum Beispiel weil sie unterwegs verderben, verunreinigt werden oder verloren gehen.

    Definition Unvermeidbare Lebensmittelabfälle

    Definition Food-Waste: Zwei Hände schälen ein Ei

    Food-Waste und Food-Loss sind grundsätzlich vermeidbar, denn sie sind meistens von Produzenten, Lieferanten und Konsumenten verursacht. Daneben gibt es auch unvermeidbare Lebensmittelabfälle – zum Beispiel Rüstabfälle, Knochen oder Lebensmittel, die trotz richtiger Lagerung verunreinigt oder von Krankheitserregern befallen sind. Hier gibt es kulturelle Unterschiede, denn was in einer Kultur als nicht essbar aussortiert wird, gilt in anderen Kulturen mitunter als Delikatesse. 

    Beispiele für Rüstabfälle in der Ernährung 

    • Gehäuse von Früchten
    • Eierschalen
    • Kaffeesatz
    • Teekraut
    • Schalen

    Lebensmittelverschwendung: Aktuelle Hintergründe und Infos

    Definition Food-Waste: Weltweiter Food-Waste im Überblick

    Wenn es um Food-Waste geht, steht Europa im weltweiten Vergleich nicht gerade gut da. Warum entstehen gerade im wohlhabenden Westeuropa so viele Lebensmittelabfälle? Genau deswegen: Weil es uns so gut geht. Wir können es uns leisten, mehr einzukaufen, als wir kochen und essen. Wir konsumieren das ganze Jahr über Produkte aus aller Welt, die im Lauf der Lieferkette verderben. Aber wieso entstehen so viele Tonnen Lebensmittelabfälle von Lieferkette bis zum Verbraucher? Und an welcher Stelle ist der Food-Waste am größten? Wir haben Dir die wichtigsten Infos und Faktoren zusammengefasst:

    Wo entstehen die meisten Lebensmittelabfälle?

    Definition Food-Waste: 50%, aus Gemüse dargestellt

    Auch wenn Food-Waste bei jedem Schritt der Lieferkette entsteht: Rund die Hälfte aller Abfälle entstehen beim Konsumenten. In Deutschland allein wirft jeder Verbraucher im Schnitt fast 80 kg Lebensmittel pro Jahr weg. Hier sind gerade die jüngeren Menschen die Übeltäter: Je jünger der Haushalt, desto mehr genießbares Essen wird entsorgt.

    Die häufigsten Gründe für Food-Waste bei der Produktion

    • Überproduktion
    • Normierung und Qualitätsansprüche
    • Bei der Fischerei wird Beifang tot ins Meer zurückgegeben
    • Transportschäden
    • Kunden kaufen verformte Produkte nicht
    • Schwankende Ernteeinträge
    • Unfälle, menschliches Versagen

    Häufige Gründe für Food-Waste bei der Vermarktung

    • Zu große Portionen in der Gastronomie
    • Ungenutzte essbare Nebenprodukte wie Innereien
    • Abgelaufene Produkte im Einzelhandel

    Gründe für Food-Waste im Haushalt

    • Einkaufen, bevor der Kühlschrank leer ist
    • Zu große Einkäufe/Hungrig einkaufen
    • Kochen von zu großen Portionen 
    • Falsche Lagerung der Lebensmittel
    • Mindesthaltbarkeitsdatum wird falsch interpretiert

    Welche Lebensmittel werden am meisten entsorgt?

    Ob ein Lebensmittel anfällig für Food-Waste ist, hängt natürlich damit zusammen, wie haltbar bzw. verderblich es ist. Knapp ein Drittel der Abfälle sind damit Obst und Gemüse, danach kommen Backwaren, Getränke und Milchprodukte. 

    Welche Lebensmittelabfälle belasten die Umwelt am meisten?

    Die Produktion, Lieferung und Lagerung von Lebensmitteln belastet grundsätzlich die Umwelt. Unsere Ernährung beeinflusst die Umwelt noch stärker als die Gebäude, in denen wir wohnen oder unsere Fortbewegungsmittel. Verbraucher können hier selbst aktiv werden, indem sie regionale und saisonale Produkte kaufen (hier Link zum anderen Blogpost). Die tragischste Belastung für die Umwelt ist aber natürlich die, die umsonst entsteht. Denn wenn ein Lebensmittel die Lieferkette durchläuft, nur um am Ende im der Tonne zu landen, waren alle Emissionen auf dem Weg völlig umsonst. Je länger die Lieferkette des weggeworfenen Produktes, desto stärker seine Belastung für die Umwelt.

    Konkret sieht die Belastung so aus:

    • 2.6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Produktionsfläche
    • 48 Millionen Tonnen Treibhausgase
    • So belastend für die Umwelt wie die Hälfte aller Autofahrten in Deutschland

    Weil diese Belastung zu großen Teilen vermeidbar ist, heißt es: Handlungsbedarf! Wir können alle einen Beitrag leisten, um Food-Waste zu reduzieren und damit einen echten Unterschied für das Klima machen. Wir zeigen Dir, wie Du ganz einfach in Deinem Alltag Food-Waste reduzierst.

    5 Tipps, wie Du Deine Verschwendung reduzierst

    Die schlechte Nachricht ist also: Endverbraucher sind ganz massiv Schuld am Ausmaß von Food-Waste. Die gute Nachricht ist: Genau deswegen kann jeder Einzelne durch seine Ernährung und Kaufentscheidungen auch etwas daran ändern! 

    Tipp 1: Gib hässlichen Produkten eine Chance

    Definition Food-Waste: Eine Kiste voller Rüben

    Unförmiges Obst und Gemüse wird seltener von Konsumenten gekauft. Daher werden verformte Produkte oft schon bei der Produktion aussortiert und entsorgt, obwohl sie nicht weniger genießbar sind. Inzwischen bieten einige Supermärkte teilweise auch verformtes Obst und Gemüse an, bei Bauernmärkten findest Du sie in der Regel noch häufiger. Mit Deinem Kauf kannst Du hier ein Zeichen gegen Verschwendung setzen und die Lebensmittelabfälle auf mehreren Schritten der Produktionskette reduzieren. 

    Das gleiche System funktioniert auch bei anderen Produkten für Deine Ernährung: Du kannst zum Beispiel Brot und Backwaren vom Vortag kaufen, die immer noch gut sind oder in der Fleischabteilung auch weniger edle Fleischstücke auswählen. 

    Tipp 2: Denk nach, bevor Du einkaufst

    Definition Food-Waste: Checkliste mit grünem Stift

    Eine einfache, aber effektive Strategie für weniger Verschwendung ist Meal Planning! Das bedeutet: Du planst Deine Mahlzeiten für die Woche im Voraus und erstellst darauf aufbauend gezielt eine Einkaufsliste. Schau beim Schreiben der Liste in Deinen Kühlschrank und überprüfe, welche Lebensmittel Du noch vorrätig hast. So kaufst Du garantiert nur, was Du brauchst. 

    Es ist außerdem hilfreich, nicht hungrig einkaufen zu gehen: Mit knurrendem Magen kaufst Du schnell mehr, als Du am Ende konsumierst. Auch bei Sonderangeboten oder Aktionen solltest Du vorsichtig sein. Lass Dich nicht von jedem günstigen Preis verführen, sondern überlege erst, ob Du die größere Portion für Deine Ernährung auch wirklich brauchst. Greif lieber zu kleineren, bestenfalls unverpackten Portionen. 

    Wenn Dir Meal Planning und gezieltes Einkaufen zu umständlich ist, kannst Du Dir diese Arbeit auch einfach abnehmen lassen: Wenn Du online eine Kochbox bestellst, kannst Du aus einer Vielzahl an Rezepten auswählen und bekommst die passenden Zutaten direkt nach Hause geliefert. Auch damit kannst Du Lebensmittelabfälle stark reduzieren.

    Tipp 3: Vertrau Deinen Sinnen

    Es gibt einen Unterschied zwischen den Kennzeichnungen „Zu verbrauchen bis“, „Zu verkaufen bis“ und „Mindestens haltbar bis“! Nur wenn das Datum „zu verbrauchen bis“ anzeigt, solltest Du das Produkt lieber nicht mehr konsumieren. Ansonsten ist die beste Devise: Vertrau bei Deiner Ernährung Deinen Sinnen! Aussehen, Geschmack und Geruch sind oft der beste Hinweis darauf, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist. Denk dran: Ein Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt die minimale Haltbarkeit an – viele Lebensmittel sind auch danach noch eine ganze Weile lang einwandfrei und genießbar.

    Tipp 4: Informiere Dich, wie Du Lebensmittel lagerst

    Definition Food-Waste: Frau begutachtet Box aus dem Kühlschrank

    Für die Haltbarkeit von Lebensmitteln bei Dir zuhause ist die richtige Lagerung die halbe Miete. Achte beim Kühlschrank auf eine Temperatur von 5ºC. Bei wärmeren Temperaturen wachsen schneller Bakterien.

    Essensreste bewahrst Du am besten in transparenten Behältern auf – so siehst Du immer, welche Vorräte im Kühlschrank hast und vergisst nicht, sie zu essen. Innerhalb von 1-3 Tagen solltest Du Deine Essensreste verzehren. Hier ist auch das “First In, First Out”-Prinzip hilfreich. Das bedeutet: Ältere Lebensmittel kommen ganz nach vorne und werden zuerst verbraucht. Was Du neu kaufst, kommt nach hinten in den Kühlschrank. 

    Du hast zu viel eingekauft? Dann frier die Produkte ein. Brot hält sich in der Tiefkühltruhe bis zu drei Monate lang, manche tierischen Produkte sogar ein Jahr lang. Wie Du Obst richtig lagerst, erfährst Du hier – Tipps für richtige Lagerung von Gemüse haben wir Dir hier zusammengefasst!

    Tipp 5: Lerne, besser zu portionieren

    Beim Kochen sind die Augen schnell mal größer als der Hunger und es bleiben Reste übrig, die oft als Lebensmittelabfälle enden. Hier hilft es, schon vor dem Kochen die Zutaten richtig zu portionieren! Gewöhne Dich bei Deiner Ernährung an kleinere Portionen. Wenn Du noch hungrig bist, kannst Du Dir immer noch einen Nachschlag holen.Was übrig bleibt, kannst im Kühlschrank lagern und später essen oder am nächsten Tag als Mittagessen mit zur Arbeit nehmen. 

    Aus Resten kannst Du ganz einfach ein leckeres Resteessen zubereiten. Hier kannst Du richtig kreativ werden: Kräuter-Reste sind z.B. eine tolle Grundlage für ein Pesto. Teile Dein Essen mit Freunden und Familie – so kommt es zu weniger Verschwendung, Du hast Deine Liebsten glücklich gemacht und vielleicht selbst zu nachhaltiger Ernährung inspiriert. Auch im Restaurant kannst Du kleinere Portionen bestellen und die Reste einpacken lassen.

    Fazit: Food-Waste – vermeidbare Lebensmittelabfälle

    Laut Prognosen wird die Menge der Lebensmittelabfälle in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen – höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Mit unseren Tipps kannst Du den Food-Waste in Deinem eigenen Haushalt ganz einfach reduzieren und damit Veränderung entlang der ganzen Lebensmittelkette anregen. Du wirst sehen: Diese Veränderungen werden schnell Teil deiner täglichen Routine und Du wirst anfangen, automatisch nachhaltiger einzukaufen und zu kochen. Wenn Dir diese Umstellung anfangs schwerfällt, lass Dir helfen: Anbieter von Kochboxen wie HelloFresh nehmen Dir den Stress für Einkaufen und Planen ab und schicken Dir die Zutaten vorportioniert: So entstehen entlang der Lieferkette und vor allem bei Dir zuhause deutlich weniger Abfälle.

    Das ist eine echt Win-Win-Situation: Denn wenn Du Food-Waste reduzierst, hilft das dem Planeten und Deinem Geldbeutel. Im Schnitt gibt jede Person pro Jahr 235 € für Lebensmittel aus, die im Müll landen – dieses Geld kannst Du sparen und für sinnvolle Dinge ausgeben. Außerdem hast Du so mehr von Deinem Essen, probierst neue Rezepte aus und ernährst Dich gesünder. Dein Körper wird es Dir danken!

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