Nachhaltig Ernähren: 7 Tipps für Deinen Alltag

10. Juni 2022
Von Max R. Wissen & Ideen

    Erdbeeren im Winter, Spargel im Herbst – in unseren Supermärkten gibt es die meisten Lebensmittel zu jeder Jahreszeit. Auf den ersten Blick zwar praktisch, aber damit entsteht auch massenhaft Lebensmittelverschwendung und das Klima leidet. Laut einer Studie des WWF entstehen über 35% der Treibhausgase weltweit durch unsere Ernährung – allein in Deutschland sind das pro Person etwa 2,1 Tonnen CO2 im Jahr. Der Effekt auf die Umwelt: Erderwärmung, Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen, Erdrutsche.

    Dabei ist es ganz einfach, sich nachhaltig zu ernähren und damit aktiv etwas fürs Klima zu tun. Durch eine bewusste und nachhaltige Ernährung kannst Du bis zu 50% weniger Emissionen verursachen – und ganz nebenbei Deine eigene Gesundheit fördern. Denn über 70% der Krankheiten in Deutschland sind durch die Ernährung bedingt und oft vermeidbar! Wir zeigen Dir, wie’s geht und haben die 7 besten Tipps zum nachhaltig Ernähren für Dich zusammengefasst.

    Nachhaltig Ernähren: Gemischtes Obst und Gemüse

    In diesem Artikel erfährst Du mehr über:

    • Nachhaltig Ernähren: Was bedeutet das?
    • 7 einfache Tipps, wie Du Dich nachhaltig ernährst
      • Pflanzlich ernähren
      • Saisonale und regionale Produkte beziehen
      • Bio-/Fairtrade-Siegel beachten
      • Bedarfsorientiert einkaufen
      • Auf verschiedene Arten Verpackungen sparen
      • Nachhaltig Wasser konsumieren
      • Lebensmittelabfälle reduzieren

    Nachhaltig Ernähren: Was bedeutet das?

    Im Grunde ist nachhaltige Ernährung eine einfache Idee: Ein Ernährungsstil, bei dem die Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft möglichst positiv sind. Konkret heißt das:

    1. Gesunde Menschen. Ein Bewusster Konsum von Lebensmitteln beugt Krankheiten und Fehlernährungen vor und trägt zu einem ausgewogenen, gesunden Lebensstil bei.
    2. Eine gesunde Gesellschaft. Faire Preise für Produkte und eine kontrollierte Lieferkette garantieren Erzeugern weltweit eine Lebensgrundlage und helfen im Kampf gegen Ausbeutung.
    3. Ein gesunder Planet. Ein stärkerer Fokus auf Saisonalität und Regionalität hilft, die Biodiversität zu bewahren und wirkt der massenhaften Überproduktion entgegen.

    Und all das soll nicht nur für die aktuelle Generation gelten, sondern für die langfristige Zukunft – nachhaltig eben!

    7 einfache Tipps, wie Du Dich nachhaltig ernährst

    Nachhaltig Ernähren, Tipp 1: Ernähre Dich soweit möglich pflanzlich

    Fleisch ist eins der Lebensmittel, das dem Klima am intensivsten schadet – ein einziges Kilo Rindfleisch verursacht über 13 kg Treibhausgase. Zudem ist häufiger Fleischkonsum nicht gerade gesund – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal 300-600 g Fleisch pro Woche. Auch Fischkonsum ist oft nicht nachhaltig, denn die Weltmeere sind überfischt.

    Eine gute Alternative sind pflanzliche Proteine wie Bohnen oder Hülsenfrüchte! Sie verbrauchen bei ihrem Anbau weniger Ressourcen und sind gesund, denn sie enthalten mehr Ballaststoffe und senken das Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Mehr Obst und Gemüse statt tierischer Produkte ist außerdem besser fürs Tierwohl, gerade im Gegensatz zur industriellen Massentierhaltung. Wenn Du nicht komplett auf Fleisch oder Fisch verzichten möchtest, reduziere Deinen Konsum am Besten auf 1-2 Mal pro Woche. Achte dabei aber verstärkt auf Qualität und Ursprung der Produkte (wähle lieber Huhn statt Rind/Schwein und achte bei Fisch und Meeresfrüchten auf Nachhaltigkeitslabel).

    Nachhaltig Ernähren, Tipp 2: Wähle saisonale und regionale Produkte

    Nachhaltig Ernähren: Frisch geernteter Kopfsalat auf dem Feld

    Die nachhaltigsten Lebensmittel sind häufig saisonale und regionale Produkte. Bei regionalen Zutaten entstehen weniger Emissionen durch Transport und Gewächshäuser. Lebensmittel haben außerdem die meisten Nährstoffe, wenn sie in ihrer natürlichen Erntesaison gereift sind. In Supermärkten gibt es viel Obst und Gemüse das ganze Jahr über – aber Transport und lange Lagerung sind eine große Belastung für die Umwelt, vor allem durch die Kühlkammern und beheizten Treibhäuser, die viel Energie verbrauchen.

    So kannst Du saisonale und regionale Produkte beziehen

    • Wenn Du einen Garten hast, kannst Du Dein eigenes Obst und Gemüse anbauen.
    • Eine Alternative im Kleinen ist ein Kräutergarten auf dem Balkon.
    • Daneben gibt es Optionen wie Bauernmärkte, auch in vielen größeren Städten.

    Auf Märkten weißt Du genau, wo Dein Essen herkommt und kannst den Erzeuger direkt danach fragen. Ein zusätzlicher Vorteil: Hier sind die Lebensmittel meistens unverpackt und Du kannst sie einfach mit nach Hause nehmen. Außerdem unterstützt Du die regionale Wirtschaft – und Dein Geld geht direkt an die Bauern. Auch wenn Du Lebensmittel online bestellst, ist die Herkunft oft auf der Website vermerkt – achte auch hier auf Anbieter, die regionale und saisonale Produkte anbieten.

    Entdecke hier, welches Obst und Gemüse wann Erntesaison hat:

    Nachhaltig Ernähren, Tipp 3: Achte auf Bio-/Fairtrade-Siegel

    Beim Einkaufen im Supermarkt gibt es zwei Hinweise auf nachhaltige Lebensmittel: Die Bio- und Fairtrade-Siegel. Ökologische Landwirtschaft verbraucht weniger Energie, verursacht weniger Treibhausgase und verzichtet auf künstliche Dünger und Pestizide – eine viel geringere Belastung für Boden, Grundwasser und Umwelt. Eine große Auswahl solcher Produkte findest Du im Bio-Supermarkt.

    Das Fairtrade-Siegel betrifft Lebensmittel, die nicht regional angebaut werden können, wie Zucker oder Kaffee. Es garantiert gerechte Arbeitsbedingungen im Herkunftsland und einen fairen Handel – und Du kannst genau das mit Deinem Einkauf unterstützen.

    Nachhaltig Ernähren: Siegel für nachhaltige Lebensmittel

    Nachhaltig Ernähren, Tipp 4: Kauf nur, soviel Du brauchst

    Ob Bauernmarkt, Supermarkt oder Biomarkt: Nachhaltig Einkaufen heißt immer nur nach Bedarf einkaufen! Ein Drittel aller Lebensmittel in Deutschland landen momentan im Abfall. Das kann reduziert werden, indem wir nur soviel Essen einkaufen, wie wir auch wirklich benötigen.

    So kannst Du bedarfsorientiert einkaufen

    • Fang an, Meal Planning zu machen: Du suchst aus, welche Rezepte Du jede Woche kochen möchtest und kaufst dafür Deine Zutaten zielgerichtet und grammgenau ein. So hast Du genau die Produkte, die Du zum Kochen benötigst – nicht zuviel und nicht zuwenig.
    • Wähle einen Tag pro Woche für den Lebensmitteleinkauf statt vieler kleiner Erledigungen – denn dabei entstehen oft Lebensmittel-Reste und die Produkte landen im Müll.
    • Wenn Du nicht selbst einkaufen möchtest, kannst Du Dir mit Mealkits auch Rezepte und Zutaten ganz einfach nach Hause liefern lassen. Ein Vorteil hier: Das Essen kommt direkt zu Dir und wird nicht lange zwischengelagert. Das verbraucht weniger Energie und erzeugt 82% weniger Abfälle als ein Einkauf im Supermarkt.

    Nachhaltig Ernähren, Tipp 5: Reduziere Verpackungsmüll

    Nachhaltig Ernähren: Picknickkorb auf grüner Wiese

    Zu nachhaltiger Ernährung gehört auch, auf Verpackungen zu achten. Denn durch Verpackungsmüll entstehen viele Rückstände, die die Umwelt auf lange Zeit belasten. Gerade Plastik kann in der Natur nur sehr langsam abgebaut werden. Einwegbesteck und -geschirr aus Plastik wurden 2021 in der EU zwar schon verboten, aber trotzdem gibt es hier noch viel zu tun.

    So kannst Du auf verschiedene Arten Verpackungen sparen

    • Verzichte auf Einweggeschirr und benutze einen wiederverwendbaren Kaffeebecher.
    • Viele Lebensmittel werden in Frischhaltefolie verkauft – wähle lieber lose Produkte und nimm Deine eigene Tüte mit zum Einkaufen, ideal für Essen wie Obst, Gemüse und Backwaren.
    • In “Unverpackt”-Läden werden Lebensmittel und Hygieneartikel ohne Verpackung verkauft. Du bringst Deine eigenen Behälter mit und kannst sie dort befüllen lassen – das ist deutlich besser fürs Klima!
    • Du kannst Dir auch Zutaten für Deine Rezepte nach Hause liefern lassen – oft verbraucht das weniger Verpackungen als ein Einkauf im Supermarkt!

    Nachhaltig Ernähren, Tipp 6: Trinke Leitungswasser und spare Wasser

    Nachhaltige Ernährung hört nicht beim Essen auf, sondern betrifft auch die Getränke. Und das mit Abstand umweltfreundlichste Getränk ist Leitungswasser! Deutschland hat überdurchschnittlich gesundes Leitungswasser – das nebenbei auch so regional wie möglich ist.

    So kannst Du nachhaltig Wasser konsumieren

    • Wenn Du auf Wasserflaschen verzichtest, verbesserst Du Deine Klima-Bilanz im Handumdrehen.
    • Setze beim Kochen immer einen Deckel auf den Topf, wenn Du Wasser kochst: So sparst Du Energie!
    • Benutze nur soviel Wasser, wie Du wirklich brauchst.

    Nachhaltig Ernähren, Tipp 7: Verschwende weniger Lebensmittel

    Nachhaltig Ernähren: Smiley aus Banane und Tomaten

    Im Schnitt wirft jeder Deutsche im Jahr 55 Kilo Essen weg – die Hälfte davon sind sogar noch genießbar oder verwertbar. Deutschlandweit landet damit ein Drittel aller Lebensmittel in der Tonne. Für die Bundesregierung ist die Reduzierung von Lebensmittelabfällen deshalb ein zentrales Ziel für die nachhaltige Zukunft – und auch Du kannst hier einen Unterschied machen.

    So kannst Du Lebensmittelabfälle reduzieren

    • Mit dem Ablaufen des Mindesthaltbarkeitsdatums sind Produkte noch nicht ungenießbar. Wenn der Artikel noch gut aussieht und riecht, ist er meistens noch eine Weile danach einwandfrei.
    • Ob pflanzliche oder tierische Produkte – versuche, möglichst alle Bestandteile zu verwerten.
    • Bleiben nach dem Kochen Reste übrig, müssen diese nicht in den Müll, sondern können eine Grundlage für leckeres Resteessen sein. Gerade Obst und Gemüse eignen sich gut für Salate, Bowls oder Eintöpfe.
    • Bei einigen Mealkits erhältst Du Deine Zutaten grammgenau und vorportioniert. Damit erzeugst Du bis zu 30% weniger Abfälle.

    Fazit: So geht Nachhaltig Ernähren

    Nachhaltige Ernährung kann auf den ersten Blick kompliziert wirken. Aber es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Du Deinen Alltag nachhaltiger gestalten kannst. Fang im Kleinen an (z.B. indem Du eine wiederverwendbare Tüte zum Supermarkt mitnimmst oder überwiegend mit saisonalem Obst und Gemüse kochst) und taste Dich langsam an größere Projekte heran, wie etwa veganes Kochen. Du wirst merken: Nachhaltig ernähren ist nicht schwer und kann richtig Spaß machen. Wenn Du Dein Essen häufiger planst und über die Herkunft, Qualität und den ökologischen Fußabdruck Deiner Lebensmittel nachdenkst, isst und lebst Du insgesamt bewusster. So tust Du mit jeder Entscheidung nicht nur Deinem Körper und Deinem Wohlbefinden etwas Gutes, sondern leistest auch einen aktiven Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima.

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