So geht’s richtig: Gemüse einfrieren 23. April 2019

Von Elisabeth Wissen & Ideen

Wie Du bestimmt schon bemerkt hast, geht es bei uns in der letzten Zeit viel um den richtigen Umgang mit Lebensmitteln. In der letzten Woche hat sich alles um das Mindesthaltbarkeitsdatum gedreht – dass Du dieses aber auch gewissermaßen austricksen kannst, habe ich Dir da verschwiegen. Und wie? Indem Du Gemüse einfrieren lässt! Oder auch Brot, Obst und Fleisch. Da nun aber bald der Sommer Einzug hält und Du heimisches Gemüse kaufen kannst, dreht sich heute alles darum, wie Du Erbsen, Karotten und Co. richtig in den Winterschlaf versetzt 😉 .

Gemüse zum Einfrieren kaufen

Gemüse einfrieren – die Basics

Wenn Du in diesem Jahr Gemüse einfrieren möchtest, dann gilt es einige Grundlagen zu beachten. Dein Gefrierschrank sollte „fit“ sein, um das viele Gemüse zu verstauen. Am besten beginnst Du also damit, die „Froste“ einmal gründlich durchzuchecken: Was ist bereits verdorben (verdorbenes Gemüse erkennst Du an rotbraunen oder auch weißen Flecken)? Was kann weg? Haben sich Eiskristalle an den Seitenwänden gebildet? Dann solltest Du den Gefrierschrank zunächst einmal abtauen und putzen. Dann achte darauf: Besitzt Dein Gefrierschrank ein „Schockfrostfach“, in dem Lebensmittel schneller gekühlt werden? Wenn ja, dann solltest Du dieses Fach nach Möglichkeit niemals blockieren, sodass Dein fertig vorbereitetes Gemüse dort schneller eingefroren werden kann. Versuche Gemüse, das eingefroren werden soll, so schnell wie möglich zu verarbeiten, sodass nicht zu viele Nährstoffe verloren gehen.

Welches Gemüse eignet sich zum Einfrieren

Zum Gemüse einfrieren benötigst Du außerdem Gefrierbeutel (am besten mit Zip lock-Verschluss) oder Plastikdosen und etwas Frischhaltefolie. Außerdem einen Topf, etwas Salz und ein Becken mit eiskaltem Wasser sowie jede Menge Geschirrtücher und/oder Küchenkrepp. Der eigentliche Vorgang beim Gemüse einfrieren ist dann immer recht ähnlich:

  1. Gemüse putzen
  2. Gemüse kleinschneiden
  3. Gemüse blanchieren (Lies hier weiter unten, welche Gemüsesorten nicht blanchiert werden sollten)
  4. Gemüse ins Eiswasser geben
  5. Gemüse abtropfen lassen und abtrocknen
  6. Gemüse verpacken (Luft aus Beuteln herausstreichen oder Frischhaltefolie auf das Gemüse in die Box legen) und mit dem Tagesdatum beschriften
  7. Gemüse einfrieren
  8. Beim Kochen beachten, dass die Garzeit nun um ca. 1/3 kürzer ist

So geht’s richtig: Gemüse einfrieren!

Wie gesagt, eignet sich nicht jede Gemüsesorte dafür, roh eingefroren zu werden und sollte daher blanchiert werden. Doch was genau ist blanchieren eigentlich? Darum soll es jetzt gehen.

Was ist eigentlich Blanchieren?

Beim Gemüse einfrieren gibt es Sorten, die Du roh einfrieren kannst. Andere Gemüsesorten vertragen das aber nicht und verlieren dadurch ihre knackige Konsistenz und ihren Gehalt an wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen. Daher säubert, zerkleinert und blanchiert man diese Gemüsesorten.
Blanchieren kommt vom französischem „blanchier“, was so viel wie „weiß machen“ bedeutet (eine Anspielung auf Fleisch, welches durchs Blanchieren weiß wird). Beim Blanchieren werden Lebensmittel (maximal 500 Gramm) für eine kurze Zeit in sprudelnd kochendes Salzwasser gegeben und hinterher direkt in Eiswasser abgeschreckt (hierdurch wird der Garvorgang sofort gestoppt). Durch diesen Vorgang tötest Du schädliche Bakterien ab und stoppst Reife-Enzyme des Gemüses. Gleichzeitig behält das Gemüse durch die Behandlung seine kräftige Farbe und seine Konsistenz. Kleiner Tipp: Für leuchtende Farbe sorgt ein Schuss Essig im Kochwasser 😉 .
Nach dem Blanchieren solltest Du das Gemüse gründlich trocknen und zu maximal 500 Gramm abgepackt einfrieren. Denn: je größer die Portionen, desto länger benötigen sie um gleichmäßig durchzufrieren. Du möchtest Dein Gemüse aber schnell durchfrieren, da so die Eiskristalle innerhalb des Gemüses klein bleiben und es zu keinen Qualitätseinbußen kommt. Wie lange einzelne Gemüsesorten blanchiert werden sollen, schreibe ich weiter unten.

So geht Blanchieren

Diese Sorten sind beim Gemüse einfrieren eher ungeeignet

Es gibt allerdings auch einige Gemüsesorten, die sich nicht zum Einfrieren anbieten. Sie werden matschig und verändern sich im Geschmack. Hierzu zählen Tomaten, Zwiebeln, Gurken, Radieschen und Kartoffeln. Andere Lebensmittel solltest Du nur fertig zubereitet einfrieren, also als ganzes Gericht. Hierzu zählen Auberginen, Grünkohl, Rote Bete und Rotkohl. Auch Tomaten und Zwiebeln können als Teil eines fertigen Gerichtes eingefroren werden.

Zum Einfrieren nicht geeignet: Tomaten

Einzelnes Gemüse einfrieren

In den folgenden Unterpunkten habe ich aufgelistet, wie Du einzelnes, sortenreines Gemüse einfrieren kannst. Dabei gehe ich auf folgende Punkte ein: Ist das Blanchieren notwendig und wie lange sollte das Gemüse blanchiert werden. Außerdem gibt’s Tipps und Tricks für Portionsgrößen und andere interessante Fakten. Für alle Gemüsesorten gilt: Wähle wirklich makelloses, festes Gemüse, säubere es gründlich und verarbeite es so schnell wie möglich.

Bohnen richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: 3 Min.
Besonderheiten: Entferne vor dem Blanchieren die Enden und die Fäden. Je nach Sorte variiert die Blanchier-Zeit, gröbere Sorten benötigen evt. 4-5 Min.

Bohnen richtig einfrieren

Spinat richtig einfrieren

Wie viel: Kleine Portionen, max. 300 g
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: 1-2 Min.
Besonderheiten: Spinat solltest Du immer portionsweise einfrieren, da es kritisch sein kann, Reste wieder zu erhitzen. Mehr dazu erfährst Du hier.

Pilze richtig einfrieren

Wie viel: Portionsweise, ca. 200 g
Blanchieren Ja/Nein: Nein
Besonderheiten: Schneide die Pilze in Viertel oder Scheiben, nur sehr kleine Pilze können im Ganzen eingefroren werden. Auch Waldpilze können eingefroren werden, ich persönlich finde sie jedoch getrocknet aromatischer.

Pilze richtig einfrieren

Zucchini richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Nein
Besonderheiten: Bestreue die Stücke vor dem Einfrieren mit Salz, so bleiben sie beim Auftauen schön knackig.

Spargel richtig einfrieren

Wie viel: Pro Person 300 g geschälten Spargel
Blanchieren Ja/Nein: Nein
Besonderheiten: Spargel, egal welcher Farbe, solltest Du niemals blanchieren, da er so seinen Geschmack verliert. Die geschälten Stangen lassen sich portionsweise problemlos einfrieren.

Spargel richtig einfrieren

Kräuter richtig einfrieren

Wie viel: Je nach Bedarf bis zu 200 g
Blanchieren Ja/Nein: Nein
Besonderheiten: Kräuter lassen sich wirklich gut einfrieren. Perfekt geeignet für die schnelle Küche sind Kräuter-Eiswürfel, lies hier nach, was es damit auf sich hat 😉 .

Kürbis richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Nein
Besonderheiten: Je nach Sorte muss Du Kürbis schälen oder nicht. Schneide ihn in mundgerechte Stücke zum Einfrieren. Übrigens: Fertiges Kürbispüree oder Kürbissuppe lassen sich ebenfalls einfrieren.

Kürbis richtig einfrieren

Karotten richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Nein
Besonderheiten: Karotten sind super unkompliziert, Du kannst sie sogar mitsamt ihrer Schale einfrieren, wenn Du sie vorher gründlich mit einer Bürste gereinigt hast.

Weißkohl richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: ca. 2 Min.
Besonderheiten: Entferne die äußeren Blätter und den Strunk und schneide den Kohlkopf dann in kleine Stücke oder Streifen. Je größer die Stücke, desto länger musst Du sie blanchieren. Gib Essig ins Kochwasser, um die Farbe zu erhalten. Lass Weißkohl über Nacht im Kühlschrank auftauen, bevor Du ihn wiederverwendest. Übrigens: Gleiches gilt auch für Chinakohl, Spitzkohl und Wirsing.

Brokkoli richtig einfrieren

Wie viel Bis zu 500 g:
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: ca. 3 Min.
Besonderheiten: Friere Brokkoli aufgeteilt in Röschen ein und gib einen Schuss Essig ins Blanchier-Wasser, so erhält sich die schöne, grüne Farbe.

Brokkoli richtig einfrieren

Erbsen und Zuckererbsen richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: ca. 2 Min.
Besonderheiten: Beides sind unkomplizierte Gemüsesorten. Gib Essig ins Kochwasser, um die Farbe zu erhalten. Du kannst sie direkt gefroren weiterverwenden und musst sie nicht erst auftauen lassen.

Blumenkohl richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: ca. 3 Min.
Besonderheiten: Friere Blumenkohl aufgeteilt in Röschen ein, ein Auftauen ist nicht nötig 😉 .

Blumenkohl richtig einfrieren

Sellerie richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Knollensellerie Nein, Staudensellerie Ja
Wie lange blanchieren: Staudensellerie ca. 3 Min.
Besonderheiten: Die Knolle solltest Du schälen und dann in Stücken einfrieren. Staudensellerie muss nicht geschält werden, aber blanchiert – gib Essig ins Wasser, sodass die Farbe erhalten bleibt.

Kohlrabi richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: ca. 3 Min.
Besonderheiten: Schäle Kohlrabi immer und entferne holzige Stellen. Gib einen Schuss Essig ins Kochwasser, so bleibt die schöne Farbe erhalten.

Kohlrabi richtig einfrieren

Paprika richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Nein
Besonderheiten: Paprika solltest Du lediglich entkernen und klein schneiden, dann kann sie schon eingefroren werden. Du musst sie auch nicht auftauen lassen.

Porree richtig einfrieren

Wie viel: Bis zu 500 g
Blanchieren Ja/Nein: Ja
Wie lange blanchieren: ca. 3 Min.
Besonderheiten: Entferne die äußeren Blätter und wasche die Stangen gründlich, um Schmutz im Inneren zu entfernen. Gib Essig zum Kochwasser, um die schöne Farbe zu erhalten. Du brauchst Porree nicht auftauen lassen.

Porree richtig einfrieren

Gemüse einfrieren ohne den Gefrierbrand zu riskieren

Beinahe jedes Gefriergut kann Gefrierbrand bekommen, wodurch die Qualität sehr leidet. Du erkennst Gefrierbrand an Eiskristallen auf deinen eingefrorenen Lebensmitteln, ebenso zeigen sich ausgetrocknete, weißlich bis grau-braune Stellen. Gefrierbrand entsteht, wenn beim Einfrieren Luft an die Lebensmittel kommt. Daher ist es so wichtig, die Luft aus Gefrierbeuteln herauszustreichen bzw. eine Lage Frischhaltefolie auf die Lebensmittel in einer Dose zu legen. So kann nichts schiefgehen 😊 .

Zuckererbsen

Clevere Mischungen beim Gemüse einfrieren

Natürlich kannst Du sortenreines Gemüse einfrieren – oftmals soll es ja aber gerade in der Küche schnell gehen, daher könnten vorportionierte und eingefrorene Gemüsemischungen durchaus von Vorteil sein. Eine perfekte Basis für jegliche Gerichte ist z.B. Suppengrün! Für 2 Personen frierst Du hierfür 50 g blanchierten & kleingeschnittenen Sellerie und Porree sowie 50 g rohe Karottenstifte und 10 g fein gehackte Petersilie und Liebstöckel (auch als Maggikraut bekannt) gemischt in einer Gefrierdose ein. Zwiebel und Knoblauch gibst Du bei der Zubereitung frisch dazu.
Auch Dein eigenes Buttergemüse ist ruckzuck vorbereitet: Mische für 2 Personen 75 g rohe Karottenstifte mit 75 g blanchierten Erbsen, 50g blanchierten Blumenkohlröschen, 50 g blanchierten Mais, 10 g feingehackter Petersilie und 15 g Butter.
Beim Kochen schmeckst Du dann alles frisch mit Salz und Pfeffer ab – fertig 😉 !

Suppengrün-Mischung zum Einfrieren

Der Sommer kann kommen!

Jetzt, wo Du weißt, wie Du jedes Gemüse einfrieren (oder auch nicht einfrieren) kannst, kann der Sommer Einzug halten 😊 . Ich wünsche Dir viel Freude beim Gemüse putzen, einfrieren, mischen, zubereiten und vor allem genießen! Übrigens: Hast Du noch weitere Tipps zum Gemüse einfrieren oder welche Mischungen bereitest Du Dir noch auf Vorrat zu? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Liebe Grüße
Elisabeth

Letzter Beitrag
Alles was Du wissen musst zum Mindesthaltbarkeitsdatum Alles was Du wissen musst zum Mindesthaltbarkeitsdatum
Nächster Beitrag
Und darum ist Spargel gesund Und darum ist Spargel gesund

Das könnte Dir auch gefallen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.